19.05.2010: Quo vadis Niger? Demokratie durch Militärputsch? Berlin

Liebe Afrika-interessierte,


wir möchten Sie/Euch recht herzlich zum nächsten Afrikakreis am Mittwoch, 19. Mai 2010, 19.00 Uhr ins Afrikahaus, Bochumer Straße 25, 10555 Berlin (U-Bahn Turmstraße), einladen.

Thema: Quo vadis Niger? Demokratie durch Militärputsch?

Referent: Dr. Boubacar Daouada Diallo, Abdou Moumouni Universität Niamey/Niger
RIESCA - Réseau International d'Études Stratégiques sur les Conflits en Afrique PASPA - Partenariat Strategique pour la Paix en Afrique

Moderation: Dominic Johnson, Afrika-Redakteur der taz – die tageszeitung, angefragt

Im vergangenen Jahr sollte es in Niger demokratische Parlaments- und Präsidentschaftswahlen geben. Stattdessen löste der seit 1999 amtierende Präsident Mamadou Tandja Parlament und Verfassungsgericht auf und ließ die Verfassung per Referendum ändern, um sich für eine dritte Amtszeit wählen zu lassen. Die alte Verfassung sah maximal zwei Amtsperioden vor. Am 18. Februar diesen Jahres stürzte das Militär in Niger den Präsidenten und setzte die Verfassung außer Kraft.

Die Militärs setzten einen „Obersten Rat zur Wiederherstellung der Demokratie" (CSRD) ein, der das Land leitet und machten einen Zivilisten, Mahamadou Danda, zum vorläufigen Regierungschef. Gleichzeitig wurde für Oktober dieses Jahres ein Referendum für eine neue Verfassung versprochen. Neue Präsidentschaftswahlen sind am 26. Dezember geplant. Bei den Neuwahlen sollen zudem keine Mitglieder der derzeitigen Militärjunta kandidieren dürfen. Juntachef und de facto Staatsoberhaupt Maj Salou Djibo bekräftigte vor wenigen Tagen das Versprechen, dass sich das Land zu einem Beispiel von „Demokratie und guter Regierungsführung“ entwickeln werde und die Menschen von Armut und Korruption zu befreien.

Wie sind diese Versprechen zu bewerten? Was ist von der derzeitigen Regierung zu erwarten? Wie reagiert die Militärjunta auf die derzeit herrschende Hungersnot im Land? Zu diesen und weiteren Fragen wird Dr. Diallo aus Perspektive der Zivilgesellschaft Stellung nehmen.

Dr. Boubacar Diallo ist in Niger geboren und stammt aus einer Pastoralisten-Community (Viehhirten). Er studierte Kommunikationswissenschaften, Geschichte und Literatur in Niamey und Frankreich, wo er auch promovierte. Dr. Diallo engagiert sich seit Jahren für die Verbesserung der Lebensverhältnisse der stark marginalisierten Pastoralisten und fördert ihre Beteiligung am politischen System in Niger.

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt und wird gefördert mit Mitteln der Landesstelle für Entwick-lungszusammenarbeit - LEZ.

Mit Besten Grüßen,


Peter Waller
SID Berlin
www.sid-berlin.de
Email: peterwaller@t-online.de

René Gradwohl
INISA e.V.
www.inisa.de
Email: gradwohl@inisa.de

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