Die diesjährigen INISA Stipendiaten heißen Nontumekelelo Magwa und Elphas Toringep. Beide studieren an der University of Cape Town. Wir wollen Nontumekelelo und Elphas helfen, auf ihrem Weg weiter zu gehen und einen Beitrag zur Zukunft des südlichen Afrikas zu leisten. Diese Unterstützung ist dringend nötig: Studiengebühren von etwa 25.000 Rand im Studienjahr bilden für viele talentierte junge Afrikanerinnen und Afrikaner eine kaum überwindbare Hürde.

 

Liebe Freundinnen und Freunde des südlichen Afrika,

Sie wissen, dass seit vielen Jahren zur Arbeit der INISA unser Stipendienprogramm gehört, mit dem Studierende im südlichen Afrika ein Jahr gefördert werden. Natürlich können wir mit unseren 2-3 Stipendien weder die Bafög-Programme der SADC-Staaten, noch die zahlreichen Stipendien von öffentlichen (wie etwa dem DAAD) oder privaten Organisationen ersetzen.

Uns ist das INISA-Stipendienprogramm wichtig, weil es unsere Überzeugung zum Ausdruck bringt: Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmtes Leben und kritisch- reflektiertes Denken die Grundlage einer offenen demokratischen Gesellschaft. Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass den Menschen im südlichen Afrika dies möglich ist. Deshalb sind wir entsetzt über die teilweise gewalttätigen Unruhen an den Universitäten in Südafrika und die Härte, mit der die Polizei etwa an der Witwatersrand Universität in Johannesburg gegen demonstrierende Studierende vorgegangen ist.

Die Unversöhnlichkeit der Auseinandersetzung schockiert. Wir versuchen, die Frustration derjenigen zu verstehen, die über 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid immer noch das Gefühl haben müssen, dass ihnen keine Zukunft offen steht, ihnen ihre Armut die Zukunft verstellt. Dennoch kann es keine Lösung sein, Bildungsinfrastruktur zu zerstören – von persönlichen Angriffen auf andere Studierende und Lehrende ganz abgesehen.

Am meisten leiden – wieder einmal – die ärmsten Studierenden. Unser Stipendienprogramm ist in dieser Situation ein Hoffnungszeichen. Vor allem für die diesjährigen Stipendiaten, denen es in einer auch finanziell unsicheren Situation hilft, das Studium fortzusetzen und ihr Studienziel nicht aufgeben zu müssen. Darüber hinaus lernen wir über das Programm zahlreiche junge Frauen und Männer kennen, die sich mit ihrem Studienfach identifizieren und sich für ihre Umwelt interessieren. Wir erleben Studierende, die lernen wollen, neugierig sind und sich in vielfältiger Weise engagieren. Auch das macht Hoffnung.


INISA-Stipendiatin Nontumekelelo Magwa

Ein Stipendium haben wir dieses Jahr an Nontumekelelo Magwa verliehen, die an der University of Cape Town im zweiten Studienjahr Jura studiert. Nontumekelelo stammt aus dem Hinterland des Eastern Cape, sie ist die erste Studentin in ihrer Familie. Sie wollte ein Fach studieren, mit dem man das Leben von anderen Menschen verändern kann und sagt, dass sie eine Frage immer wieder beschäftigt hat: „How to lead a life with an impact in your community, your environment, in South Africa?“ Sie mag die intellektuelle Herausforderung der Juristerei, innerhalb fester Strukturen wie Gesetze oder Präzedenzfälle kreativ und innovativ zu sein. Aber so faszinierend es sein mag, ein Schlupfloch in den Regeln zu finden, für Nontumekelelo steht im Vordergrund, dieses Schlupfloch mit etwas Bedeutsamen („meaningful“) zu füllen – damit es kein Selbstzweck ist, sondern Gerechtigkeit hergestellt werden kann. Neben dem Studium hilft sie bei HIV/AIDS Aufklärung und engagiert sich in ihrer ehemaligen Schule als Mentorin für Absolventen. Sie sagte, dass es für viele Schüler sehr schwierig sei, „kulturell“ an die Uni zu wechseln und dass die Schüler hier mehr Hilfe brauchen.

 

INISA-Stipendiat Elphas Toringepi 

Der diesjährige Träger des „Heiko Krause Stipendiums“ der INISA ist Elphas Toringepi. Elphas stammt aus Simbabwe und studiert Elektrotechnik im zweiten Studienjahr, ebenfalls an der UCT. Er begründet seine Studienwahl mit dem logischen Ansatz der Ingenieur­wissenschaften, bei dem es darum gehe, praktische Probleme zu lösen. Allerdings setzt auch er sein Studium in Bezug zur sozialen Situation in Afrika. Elphas beschreibt, seine größte Sorge sei, dass das südliche Afrika für immer eine Entwicklungsregion bleibe. Dem möchte er entgegen wirken. Denn es gebe nicht nur einen erheblichen Bedarf für Elektro-Ingenieure. Auch für die meisten Probleme des südlichen Afrikas sei eine nachhaltige, ressourcen­schonende Energieversorgung ein wichtiger Lösungsfaktor. In seiner Freizeit engagiert sich Elphas ehrenamtliches bei dem Projekt „Africa Code Week“, in dem er an Schulen in Townships Kurse und Projekte zum Programmieren von Computern gibt. Teilweise sehr jungen Schülern sollen in dieser ehrenamtlichen Initiative die Grundlagen des Programmierens beigebracht werden. Nach einem ersten sehr erfolgreichen Durchlauf soll das Projekt nun in die zweite Runde gehen.

Mit dem INISA Stipendium 2016 wollen wir Nontumekelelo und Elphas helfen, auf ihrem Weg weiter zu gehen und einen Beitrag zur Zukunft des südlichen Afrikas zu leisten. Diese Unterstützung ist dringend nötig: Studiengebühren von etwa 25.000 Rand im Studienjahr bilden für viele talentierte junge Afrikanerinnen und Afrikaner eine kaum überwindbare Hürde. Auch in diesem Jahr haben wir wieder weit über 200 Bewerbungen bekommen, die meisten von Studierenden, die auf eine Unterstützung zur Fortsetzung ihres Studiums dringend angewiesen sind. Wir möchten auch im kommenden Jahr Studierende im südlichen Afrika unterstützen, denen persönlicher Erfolg und gesellschaftliches Engagement gleichermaßen wichtig sind.

INISA-Stipendiat Elphas Toringepi bei der Stipendien­übergabe mit INISA-Vorstandsmitglied Benjamin Roesiger (links) und dem Kanzler des Deutschen Generalkonsulates in Kapstadt, Roland Seidler

Dank der langjährigen guten Zusammenarbeit mit dem DAAD und den Financial Aid Offices der Unis findet unsere Ausschreibung eine weite Verbreitung. Zudem hilft uns der DAAD bei einer ordnungsgemäßen Abwicklung des Stipendienprogramms und bei der persönlichen Betreuung der Stipendiaten vor Ort. Für Ihre bisherige Unterstützung möchten wir uns auch im Namen von Nontumekelelo und Elphas herzlich bedanken und Sie für die Weiterführung des Stipendiums um großzügige Hilfe bitten.

Bitte unterstützen Sie uns dabei, denn unsere Stipendiaten sind auf Ihre Hilfe angewiesen. Dabei können Sie sich darauf verlassen, dass Ihre Spende zu 100 Prozent dem Studium der Stipendiaten zugutekommt, da die INISA vollständig ehrenamtlich arbeitet.

Bitte überweisen Sie Ihre Spende auf das Konto

Initiative Südliches Afrika IBAN: DE05 2135 2240 0000 0074 36
SWIFT-BIC: NOLADE21HOL
(Sparkasse Holstein, Kontonummer 7436, BLZ 213 522 40)

Spenden sind steuerlich absetzbar, Spendenquittungen werden ausgestellt.

Herzliche Grüße

Andreas Baumert
(Vorsitzender)

Sebastian Seedorf
(Stipendien-Koordinator)