Veranstaltungen des Berliner Afrikakreises

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07.05.2008: Quo Vadis? - Simbabwe nach den Wahlen, Berlin

Liebe Afrikafreunde,

hiermit möchten wir Sie sehr herzlich zu unserem nächsten Treffen am Mittoch, den 07. Mai 2008 um 19:00 Uhr im Afrikahaus Berlin, Bochumer Straße 25, 10555 Berlin (U-Bahn Turmstraße) einladen.

Thema: „Quo Vadis? - Simbabwe nach den Wahlen“

Referenten:
Wilf Mbanga (Herausgeber The Zimbabwean, Southampton)
Reinhold Hemker (MdB und Präsident der Deutsch-Simbabwischen Gesellschaft, Berlin)

Moderation: Andreas Baumert (INISA)
Ein Frachter unter chinesischer Flagge – der Waffen für Robert Mugabe gebunkert hat, jedoch keinen Hafen findet, seine Ladung zu löschen – als Sinnbild für die gewaltsame Bedrohung demokratischer Kräfte einerseits und die Hoffnung auf eine Wende andererseits.

Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen am 29. März 2008 konnten die Hoffnungen vieler Beobachter auf einen Neuanfang in Simbabwe nicht bestätigen. Die Weigerung, die Wahlergebnisse umgehend zu veröffentlichen sowie erneute und verstärkte Übergriffe gegen Oppositionsanhänger haben die innenpolitische Krise zugespitzt. Die Feststellung Thabo Mbekis, in Simbabwe gebe es keine Krise, ein Krisengipfel der SADC, der lediglich mit Beschwichtigungsformeln endete sowie die Auseinandersetzung im UN-Sicherheitsrat schreiben die langjährige Spaltung der Gebergemeinschaft und afrikanischer Staaten im Umgang mit Robert Mugabe und seiner weiter amtierenden ZANU-PFRegierung fort.

Neben der Analyse und Diskussion der aktuellen Entwicklungen möchten wir mit Wilf Mbanga und Reinhold Hemker versuchen, Konsequenzen für die Region zu bewerten sowie mögliche Handlungsoptionen der internationalen Gemeinschaft im Umgang mit der simbabwischen Krise zu thematisieren.

Der Berliner Afrikakreis wird dieses Mal in Zusammenarbeit mit dem Berliner Entwicklungspolitischen
Ratschlag (BER) e.V., gefördert aus Mitteln des BMZ, veranstaltet.

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. Wir freuen uns auf einen interessanten Abend mit Ihnen!

Mit besten Grüßen,

Prof. Dr. Peter Waller
SID Berlin

René Gradwohl
INISA e.V.

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14.12.2007: Was macht Afrika mit dem vielen Geld? Aufgaben und Erfahrungen der Extractive Industries Transparency Initiative (EITI), Berlin

Liebe Afrikafreunde,

hiermit möchten wir Sie sehr herzlich zu unserem nächsten gemeinsamen Treffen am
Freitag, den 14. Dezember 2007 um 19:30 Uhr im Afrikahaus, Bochumer Straße 25, 10555 Berlin
(U-Bahn Turmstraße) einladen.

Thema: Was macht Afrika mit dem vielen Geld? Aufgaben und Erfahrungen der Extractive Industries Transparency Initiative (EITI)

Referenten: Kristian Lempa (EITI-Berater, Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, Kinshasa)
Jean-Pierre Muteba (Extractive Industries Transparency Initiative DR Congo, Katanga)

Moderation: Prof. Dr. Peter Waller (FU-Berlin, SID)

Der Rohstoff-Boom der letzten Jahre hat einigen afrikanischen Ländern enorme Deviseneinnahmen beschert, die bei guter Regierungsführung zu Wachstum und Armutsreduzierung, bei schlechter jedoch zu Armut, Korruption und gewaltsamen Konflikten führen können. Der entscheidende Punkt ist die Transparenz, d.h. wenn es gelingt die Zahlungen der Unternehmen an die Regierungen offen zu legen, kann die Zivilgesellschaft Druck auf die Regierungen ausüben, um den Geldsegen für eine
breitenwirksame Entwicklung einzusetzen. Ob und wie das gelingt wollen wir mit den Referenten
diskutieren.

Der G8 Gipfel in Heiligendamm hat die Einladung der Bundesregierung zu einer internationalen Konferenz über Transparency in the Extractive Sector begrüßt. Diese Konferenz findet nun am 14. Dezember in Berlin statt. Unsere Referenten werden daran teilnehmen und können über die Probleme und Ergebnisse berichten. Wir freuen uns auf eine interessante Diskussion über ein für die Zukunft Afrikas ganz entscheidendes Thema.

Veranstaltungssprache ist Deutsch, die Beiträge von Herrn Muteba werden übersetzt.

Mit den besten Grüßen,

Prof. Dr. Peter Waller
SID Afrikakreis
www.sid-berlin.de
Email: peterwaller@t-online.de

René Gradwohl
INISA e.V.
www.inisa.de
Email: gradwohl@inisa.de

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27.11.2007: Peace Building and Conflict Resolution in Africa – What role for Community Theater? Berlin

Liebe Afrikafreunde,


hiermit möchten wir Sie sehr herzlich zu unserem nächsten Treffen am
Dienstag, den 27. November 2007 um 19:00 Uhr im Afrikahaus, Bochumer Straße 25, 10555 Berlin
(U-Bahn Turmstraße) einladen.

Thema: Peace Building and Conflict Resolution in Africa – What role for Community Theater?

Referent: Jack Shaka (Konfliktexperte, Schauspieler und Theatertrainer, Armani Peoples Theatre
- Kenya)

Moderation: Frank Zelazny (SID - Berlin)

For ages theatre has been associated with entertainment. More recently, new aspects of participatory theater have taken centerstage, raising new questions:

Can the old mentality about theatre be overcome? What role can theatre play in bottom-up peace
building processes? As many African communities are in conflict over access to resourcess, power and identity, can theatre contribute to the resolution and transformation of such conflicts?

Brazilian dramatist Augusto Boal came up with the Theatre of the Oppressed as a way for communities to be able to identify the oppressor and the oppressed and to seek alternative solutions. Prof. Paulo Freire, a Brazilian educator, highlighted the need for problem solving techniques among people and communities, encouraging them to identify their problems and seek solutions for themselves. Jack Shaka and the Armani Peoples Theatre have been inspired by this school of thought. Their work includes projects in and with conflicting communities, refugee camps and many other aspects of peace building in Africa.

Mr. Jack Shaka will give a power point presentation. The whole discussion will be in English. We are looking foreward to an interesting evening with Jack Shaka and you.

Best Regards
Prof. Dr. Peter Waller
SID Afrikakreis
www.sid-berlin.de
Email: peterwaller@t-online.de

René Gradwohl
INISA e.V.
www.inisa.de
Email: gradwohl@inisa.de

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18.09.2007: Nigeria ein demokratisches Ankerland? Konsequenzen für die deutsche Afrikapolitik, Berlin

Liebe Afrikafreunde,

hiermit möchten wir Sie sehr herzlich zu unserem nächsten gemeinsamen Treffen am

Dienstag, den 18. September 2007 um 19:00 Uhr im Afrikahaus, Bochumer Straße 25, 10555 Berlin
(U-Bahn Turmstraße) einladen.

Thema: Nigeria ein demokratisches Ankerland? Konsequenzen für die deutsche Afrikapolitik

Referent: Prof. Dr. Ulf Engel (Institut für Afrikanistik, Universität Leipzig)

Diskutanten:
Stephania Alofuokhai-Ghogomu (Nigerian Diaspora Organisation, NIDO, Berlin)
Matthias Mülmenstädt (Beauftragter für Afrikapolitik im Auswärtigen Amt, Berlin)

Moderation: Prof. Dr. Peter Waller (FU-Berlin, SID)

Nach den heftig kritisierten Wahlen vom 14. und 21. April 2007 hat der neue Präsident Umaru Yar’Adua sein Amt in dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas angetreten. Sein Vorgänger Olusegun Obasanjo hat durch seine internationale Wertschätzung Nigeria einen Anspruch auf eine Führungsrolle in Afrika verschafft. Kann der neue Präsident diesen Anspruch weiter verfolgen oder ist er durch die Wahlen eher diskreditiert? Sollte die deutsche Politik Nigeria als „Ankerland“ also als bevorzugten Partner behandeln?

Prof. Engel hat für das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE ) eine Studie „Entwicklungszusammenarbeit mit Nigeria – Eine Analyse aus der Ankerlandperspektive“ (DIEDiscussion Paper Nr. 13) und eine Veröffentlichung für das GIGA-Hamburg „Westafrikanischer Hegemon oder Scheinriese? Nigeria in der internationalen Politik“ (www.giga-hamburg.de/giga-focus) verfasst.

Es wird sicher sehr spannend, wie die kritische Analyse von der deutschen Außenpolitik und der nigerianischen Seite gesehen wird.

Mit den besten Grüßen,
Prof. Dr. Peter Waller
SID Afrikakreis
www.sid-berlin.de
Email: peterwaller@t-online.de

René Gradwohl
INISA e.V.
www.inisa.de
Email: gradwohl@inisa.de

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24.04.2007: Big Push – Fluch oder Segen für Afrikas Entwicklung? Berlin

Dokumentation „Big Push“, 24.04.2007 Afrikakreis

Big Push – Fluch oder Segen für Afrikas Entwicklung?

Diskussionsveranstaltung im Afrikahaus (Bochumer Str. 25, 10555 Berlin) am Dienstag, den 24. April 2007

Moderation: Prof. Dr. Peter Waller (SID/INISA)

Referenten:
Dr. Elisio Macamo (Lehrstuhl für Entwicklungssoziologie, Universität Bayreuth)
Stefan Leiderer (Deutsches Institut für Entwicklungspolitik, Bonn)
Dr. Michael Hofmann (Abteilungsleiter für Europäische und multilaterale Entwicklungspolitik; Afrika und Naher Osten, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Berlin)

Begrüßung
Nach begrüßenden Worten und der Vorstellung der Referenten gibt Prof. Dr. Peter Waller eine
kurze Einführung in das Thema des Abends.

Dr. Elisio Macamo
Eingangs stellt Dr. Macamo fest, dass die Entwicklungshilfe selber einen Teil der zu ändernden Situation darstellt und für ihn somit auch Teil des Problems ist. Die Entwicklungshilfe birgt, laut Dr. Macamo, zum einen die Gefahr einer Trivialisierung der Politik in den betreffenden Ländern (da sich die Regierungen durch die externen Geldflüsse in geringerem Maße ihrer Bevölkerung gegenüber rechenschaftspflichtig sehen und ihr Hauptaugenmerk auf die Donors und Finanzierungsmöglichkeiten richten) und zum andern die Entstehung eines „Marktes“ in dessen Rahmen illegitime Bereicherung und die Verwirklichung von eigenen Profilierungswünschen und Klientelismus keine Seltenheit sind.

Weiter ruft Dr. Macamo in Erinnerung, dass die Entwicklung bzw. Fehlentwicklung des afrikanischen Kontinents zu einem gewichtigen Teil von den westlichen Mächten gefördert wurde und wird. Ausländische Regierungen, internationale Organisationen und Institutionen sowie multinationale Konzerne verstärken diese Entwicklung durch fehlerhafte EZ. Sein Fazit lautet: Ein Mehr an Entwicklungshilfe wirkt sowohl als Fluch wie auch als Segen.

Fluch wenn „the big Push“ als technischer Eingriff gedacht wird und dabei auf die politische Ebene verzichtet wird. Einen Segen hingegen stellt die Entwicklungshilfe dar, wenn die Politik in den betroffenen Ländern gestärkt wird und sich die afrikanischen Regierungen ihrer Bevölkerung gegenüber verantwortlich fühlen und sich auch so verhalten. Entwicklungshilfe muss mit Hilfe von Kontrollmechanismen effizienter und zielgerichteter eingesetzt werden.

Stefan Leiderer
Fasst für die ZuhörerInnen kurz das Konzept des Big Push zusammen: Laut der UNMP (UN Millennium Project) und der CfA (Commission for Africa), ist vielen afrikanischen Ländern auf Grund einer Vielzahl sozialer und wirtschaftlicher Probleme, mit einer graduellen ODA (Official Development Assistance) -Erhöhung nicht zu helfen. Ein Ausweg aus der Armutsfalle wäre nur durch eine massive Anstrengung möglich, deren Qualität darin liege, dass der Big Push in kurzer Zeit mehrere Kernprobleme gleichzeitig löse (siehe DIE, Discussion Paper 5/2006, S.3).

Weiter stellt er die Frage, ob angesichts der Armutsfalle nur ein „Big Push“ helfe oder ob nicht endogene Konzepte zur Lösung der Probleme und zur Annäherung an die Milleniumsziele (MDG) besser beitrügen. Leiderer sieht die Forderung nach dem „Big Push“ daher als fraglich an, da ein armutswirksames Wachstum nicht unbedingt Primärziel der Entwicklungshilfe ist. So gibt es auch keine robusten empirischen Belege, dass EZ mit endogenem Wachstum in Entwicklungsländern (hoch) korreliert. Leiderer merkte an, dass exponentiell bei größeren Zahlungsmengen jeder weitere einzelne Euro an Wirksamkeit verliert (abnehmende Skalenerträge). Weiter gibt er zu denken, dass eine Aufstockung der Gelder auch für größere Zeiträume geplant sein müssen, da Investitionen z.B. im Bildungssektor auf mindestens 15 Jahre geplant werden müssten um Erfolge zu verzeichnen.

Die wichtigsten nichtintendierten Nebenwirkungen der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) bezog er
auf zwei Ebenen:

1. Ökonomisch sieht er eine Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit der exportorientierten Wirtschaftsbranchen in Entwicklungsländern (wie durch das Dutch Disease Phänomen beschrieben). Auch stellt die mangelnde Planbarkeit von EZ-Mitteln ein Problem für die Regierungen dar.

2. Auf der politisch institutionellen Ebene fehle Eigenverantwortung und effektive interne Kontrolle (Parlament, Zivilgesellschaft) der Regierungen der Empfängerländer. Weiter kritisiert er politische Parallelstrukturen, die u.a. durch die Art wie die Geberländer EZPolitik betreiben, entstehen. Auch eine starke Überlastung der Verwaltungen, die einer ständigen Rechenschaftspflicht nach außen unterstehen, schwächen die oft ohnehin instabilen Bürokratien.

Als Fazit befürwortet Leiderer eine Aufstockung der EZ-Mittel jedoch nicht nur quantitativer, sondern in erster Linie qualitativer Art. Dies unter der Prämisse, dass sie eine Andere und Bessere sei. Dafür müssten u.a. neue Instrumente (z.B. auf Basis der Paris-Erklärung) entwickelt, mit den anderen Gebern eine bessere Koordination (wie Implementierung) stattfinden und die eigenen Institutionen reformiert werden.

Dr. Michael Hofmann
Befürwortet nicht nur größere Summen der EZ-Mittel sondern fordert darüber hinaus auch eine Unterstützung der afrikanischen Länder in internationalen Wirtschaftsgremien und Förderung eigener Initiativen wie den NEPAD und den Peer-Review Prozess. Des Weiteren braucht es freien Marktzugang für afrikanische Produkte auf dem europäischen und nordamerikanischen Markt und eine Lockerung der Ursprungsregelungen.

Mit Bezug auf die politische Dimension von EZ, müssen, laut Dr. Hofmann, die demokratischen Reformentwicklungen der Länder unterstützt werden, damit mehr Transparenz und Kontrolle von der Bevölkerung selbst ausgeübt werden kann. Dies z.B. durch Rechnungshöfe und Checks and Balances. Aber auch Initiativen wie die Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) müssen weiter verfolgt und damit auch die Multis in die Pflicht genommen werden. Dass westliche Länder Interesse an afrikanischen Ressourcen haben ist Realpolitik und nicht verwerflich. Es ist eher die Frage wie der Handel mit diesen Ressourcen transparent gestaltet werden kann. Das heißt, wie die jeweiligen afrikanischen Regierungen über und mit dem (Rohstoff-)handel auf Kriterien der Good Governance und einer armutswirksameren Wirtschaftspolitik eingeschworen werden können.

Aber auch das Eigenengagement muss in Afrika wachsen, so sollten die Küstenstaaten ihre geographische Lage stärker für die Integration in die Weltwirtschaft nutzen. Als Beispiel könnten hier die asiatischen (Küsten-)Tigerstaaten genannt werden.

Insgesamt braucht es nach Dr. Hofmann mehr vertrauensbildende Maßnahmen in der EZ und Eigenverantwortung der afrikanischen Staaten. So dass die EZ-Kontrolle der Donors mehr und mehr den afrikanischen Staaten selbst überlassen wird und damit bürokratische Hemmnisse und politische Parallelstrukturen in einem stärkeren Maße abgebaut werden können. So sollten auch die so genannten Süd-Süd Ansätze wie z.B. der African Peer-Review Mechanism (APRM) ausgebaut werden.

Plenum
- Es fehlt bei der Diskussion über Prioritäten und Interessen der EZ ein stärkerer Diskurs mit den betroffenen afrikanischen Ländern selber.
- Frage an Leiderer: Solange keine neuen Strategien und Methoden für einen effizienteren Einsatz von EZ-Mitteln gefunden ist, soll weiterhin gezahlt werden oder die Zahlungen vorerst ausgesetzt werden?

Leiderer: Parallel zu der Vorantreibung der Reformen der EZ müssen die Mittel erhöht werden.

Protokoll: Franziska Bartels

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