5
Jahre INISA (top)
Zugegeben, es ist nur ein kleines Jubiläum: Am 10. Februar 1995 wurde die Initiative Südliches Afrika in Hamburg gegründet. Aber für die, die von Anfang an dabei waren, ist es eine lange Zeit. Wie bei jedem Verein bedurfte es sieben tapferer Frauen und Männer, die - so steht es im Gründungsprotokoll - zusammengekommen waren, um einen Verein zu gründen. Damals war es unsere Grundüberzeugung, dass nach dem Ende der Apartheid in Südafrika die Region "Südliches Afrika" - der SADC-Raum - nur gemeinsam eine Chance haben würde, in einer globalisierten (der Begriff war damals noch weitgehend unbekannt) Wirtschaft bestehen zu können. Diese These ist heute aktueller denn je. Südafrika als stärkste Wirtschaftsmacht der Region braucht seine Nachbarn. Der Kampf des Apartheid-Systems gegen die Frontstaaten hat unendlich viel entwicklungspolitische Kraft gekostet. Die Nachbarn brauchen Südafrika, nicht nur als die vielbeschworene Lokomotive, sondern auch als ein Beispiel der (weitgehend) friedlichen Konfliktlösung.
Fünf Jahre INISA heißt fünf Jahre Arbeit für das Südliche Afrika. Die Bilanz lässt sich sehen: Die Mitgliederzahl stieg jedes Jahr an. Etwa 20 Wochenendseminare wurden durchgeführt, 17 Hochschultage und diverse Abendveranstaltungen und Präsentationen. Zwei Reisen ins Südliche Afrika und ca. 400 individuelle Beratungen von Studierenden und Praktikanten.
Gerade dieses "Kerngeschäft", die Dienstleistung des Vereins, muss auch weiterhin ein Merkmal der INISA bleiben. Der Verein hat sich weiterentwickelt. 1995 dachte niemand daran, dass es uns gelingen könnte, ca. 24.000 DM für zwei Stipendien für südafrikanische Studenten zu sammeln. Mit diesem Programm, das im Jahr 2000 in veränderter Form fortgeführt wird, haben wir konkrete Hilfe im wichtigen Bereich der Bildung geleistet. Bei der Gründung hat sich niemand vorstellen können, dass wir junge Wissenschaftler bei ihren ersten Veröffentlichungen unterstützen würden. Der dritte Band der Wissenschaftlichen Reihe wird in Kürze erscheinen und ich zweifele nicht daran, dass es auch einen vierten Band geben wird. INISA hat Menschen aus dem Norden und Süden zusammengebracht, hat Kontakte hergestellt und ist inzwischen auch als kleine Organisation in der entwicklungspolitischen "Szene" etabliert.
Nicht erreicht haben wir ein Ziel, das heute vielleicht noch wichtiger ist als damals. Die Berichterstattung in den Medien über das Südliche Afrika ist trotz einer immer größeren Zahl an Fernsehsendern und Zeitschriften nicht viel umfangreicher geworden. Mit Ausnahme der wissenschaftlichen und entwicklungspolitischen Fachkreise, die sich beruflich mit dem subsaharischen Afrika beschäftigen, gibt es in der deutschen Öffentlichkeit kaum eine afrikapolitische Diskussion. Marginalisierung oder African Renaissance - das neue Jahrtausend wird es zeigen.
Nach fünf Jahren stabiler Beiträge war leider auch eine Beitragserhöhung fällig, die der Vorstand auf seiner letzten Sitzung in Düsseldorf beschlossen hat. Die Mitglieder werden es schmerzvoll auf ihren Abbuchungen gemerkt haben. Wir haben die Gelegenheit genutzt und den Beitrag auf Euro umgestellt. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt nun 35 Euro, das sind 68,75 DM. Dieser Umbiki müsste eigentlich eine einzige Danksagung sein. Dank an alle, die uns in den vergangenen Jahren unterstützt haben: an den Universitäten, bei Stiftungen, anderen NGOs, in der Politik, an die Spender für unsere Stipendieninitiative. Dank aber auch an alle Vorstandsmitglieder für ihre ehrenamtliche Arbeit und besonders die Mitglieder, die mit Anregungen und Kritik unsere Arbeit verbessert haben. Wir danken Ihnen und euch und hoffen auch weiterhin auf gute Zusammenarbeit.
Für den Vorstand der INISA
Heiko Krause
Mitgliederversammlung
in Bad Iburg (top)
Am Wochenende vom 12. zum 13. Februar wurde die Mitgliederversammlung der INISA
in der Jugendherberge von Bad Iburg veranstaltet. Der Vorsitzende Heiko Krause
blickte auf ein erfolgreiches Jahr zurück und eröffnete den 17 Teilnehmern die
Pläne des Vereines für das Jahr 2000, über die in diesem Umbiki ausführlich
berichtet wird. An dieser Stelle verabschiedeten wir auch Ralf Nico Thill, der
sich nach einer engagierten Arbeit im Vorstand aus der aktiven Mitarbeit vorerst
zurückgezogen hat. An dieser Stelle möchten wir alle unsere Mitglieder dazu
ermutigen, sich auch weiterhin bei uns zu engagieren. Die ausscheidenden Mitarbeiter
müssen schließlich ersetzt werden. Und wie unser Vorsitzender zu sagen pflegt:
„Arbeit gibt es immer." Wer also Interesse hat, sich in unserem Verein zu engagieren,
rennt offene Türen ein. By the way: Zu danken haben wir dem engagierten Mitglied
Heike Marquardt aus Münster für die Organisation der Unterkunft als auch des
„griechischen Abschlußabends".
Studium
in Grahamstown (top)
Ein Erfahrungsbericht von Peter Mantik
Grahamstown liegt im Herzen des schönen Eastern Cape, fünfzig Kilometer vom Indischen Ozean und eintausend Kilometer von Cape Town entfernt. Neben den etwa fünfzig Kirchen bildet die Rhodes University das Zentrum der Kleinstadt inmitten eines malerischen Tales, welches im Sommer zum Hitzekessel und im Winter eisig kalt wird.
Was aber bedeutet es nun, in Südafrika zu studieren? Um zunächst nach Südafrika zu kommen, gilt es, sich einen Studienplatz zu sichern. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine wäre es, sich direkt bei einer Universität zu bewerben, wobei hierbei Absagen an der Tagesordnung sind und zudem Antworten für europäische Maßstäbe unverhältnismäßig lange auf sich warten lassen. Eine zweite und mittlerweile bewährte Gelegenheit bieten Auslandsstudienorganisationen, die vereinzelt sogar auf Südafrika spezialisiert sind und alle formellen Belange klären und auf Erbitten sogar vor Ort Hilfe leisten (zu beachten sind hierbei jedoch die nicht unerheblichen Kosten). Eine dieser Organisationen ist das Deutsch-Südafrikanische-Jugendwerk in Bonn. Außerdem gibt es verschiedenen Fördergruppen, die Unterstützungen finanzieller Art leisten können. Vor Ort wartet das Problem der Studiengebühr, das sich leider nicht umgehen läßt. Semesterkosten zwischen drei- und fünftausend Mark sind zu zahlen. Dann aber hält den wißbegierigen Studenten nichts mehr auf. Am Beispiel Grahamstown zeigt sich das Studentenleben von seiner besten Seite. Wie im ganzen Land ist die englische Bildungsstruktur erhalten, was bedeutet, das die Abschlüsse des BA und des Masters vornehmlich angestrebt werden. Das Niveau der Lehre bei den First-Years entspricht etwa dem des Abiturs in Deutschland, so daß für ehrgeizige Studenten Kurse der Second- oder Thirt-Years zu empfehlen sind. Vor allem aber wichtig für den deutschen Studenten dürfte die Atmosphäre am Campus, die Überschaubarkeit bei etwa fünftausend Studenten und die vielfältigen Aktivitäten kultureller und sportlicher Art sein.
In der Tat ist es sehr angenehm, wenn das Lehrende-Lernende-Verhältnis entspannt ist und Professoren Zeit für die Studenten haben und es jederzeit Ansprechpartner für alle Probleme gibt. Grandios und vor allem völkerverständigend und für den schnellen Kontakt zu Südafrikanern (Schwarze und Weiße) von unzählbarem Wert sind die „Clubs", von denen es in Grahamstown etliche gibt. Sportclubs für nahezu alle von uns bekannten- als auch exotischen Sportarten wie Underwater Hockey oder Cricket sind am Campus organisiert und für jedermann zugänglich. Kulturelle Clubs wie den Theaterclub, die Wine-Tasting-Society oder der Geographie Club mit seinen häufigen Exkursionen in die naheliegende Natur, sind die Möglichkeiten, schnell Anschluß zu bekommen und die Menschen kennenzulernen. In Bezug zu politischen und gesellschaftlichen Reizpunkten bieten eben diese Gruppen tolle Gelegenheiten, von allen Seiten Meinungen zu hören, um sich eine eigene bilden zu können. Wer gekommen ist, um die englische Sprache zu erlernen, der wird speziell in diesen Clubs unter Südafrikanern noch am besten die Sprache lernen, nämlich aus der Not heraus, weil er oder sie sich nur in Englisch verständigen kann und dies in einer Atmosphäre, die entspannt ist. Ich kann nur jedem empfehlen, sein Auslandssemester in Südafrika und wegen der Überschaubarkeit und Ruhe vielleicht sogar in Grahamstown anzutreten.
Weitere Informationen zu diesem Thema:
Homepage der Rhodes University (Grahamstown)
Deutsch-Südafrikanisches Jugendwerk
Beratungsservice der Initiative Südliches Afrika e.V.
Das INISA-Stipendium (top)
Für das akademische Jahr 2000 vergibt die INISA erneut ein Stipendium. Abweichend von der bisherigen Praxis der Stipendienvergabe dient das Stipendium nunmehr der Förderung eines Studiums an einer Hochschule im südlichen Afrika. Damit will der Verband einerseits einen Beitrag zur Verbesserung der Ausbildung im südlichen Afrika leisten. Zum anderen ist es Ziel der INISA, an der Überwindung historisch begründeter Ungleichgewichte der Bildung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, insbesondere aufgrund der Apartheid-Politik, mitzuwirken.
Unser Stipendiat, Mr. Warren Graham Stilwaney, kommt aus der südafrikanischen Provinz Eastern Cape und gehört der Gemeinschaft der sog. Coloureds (Mischlinge) an. Mr. Stilwaney studiert im dritten Studienjahr an der Universität Stellenbosch Biochemie, Genetik und Mikrobiologie. Seine akademischen Leistungen sind überdurchschnittlich und weisen zudem eine ansteigende Tendenz auf. Mr. Stilwaney und seine Eltern sind wirtschaftlich nicht in der Lage, sein Studium zu finanzieren. Das INISA-Stipendium ermöglicht Mr. Stilwaney, den akademischen Grad eines Bachelor of Science zu erwerben. Mit diesem Abschluß eröffnen sich für Mr. Stilwaney gute berufliche Perspektiven, da es in Südafrika an Absolventen naturwissenschaftlicher Studiengänge mangelt. Schließlich könnte Mr. Stilwaney sich auch entscheiden, auf dem Studienabschluß aufbauend ein Medizinstudium zu absolvieren. Südafrika benötigt dringend weitere Mediziner, um die Versorgung insbesondere der nichtweißen Bevölkerung in ländlichen Gebieten zu verbessern. Für Spender ergibt sich die Möglichkeit, Mr. Stilwaney in Stellenbosch zu besuchen und sich vor Ort einen Eindruck von unserem Stipendiaten zu verschaffen. Darüber hinaus plant die INISA, Mr. Stilwaney nach Abschluß des akademischen Jahres zu einem Besuch nach Deutschland einzuladen, so daß sich die Möglichkeit einer persönlichen Kontaktaufnahme bietet. Im Namen von Mr. Stilwaney bitte ich um Unterstützung der Stipendieninitiative durch eine Spende.
Die INISA ist als gemeinnützig anerkannt, so daß Spenden steuerlich absetzbar sind. Überweisungen können auf das Konto 7 436 der INISA bei der Sparkasse Stormarn (BLZ 230 516 10) vorgenommen werden und sollten der Verwendungszweck Spende sowie die Anschrift des Spenders enthalten. Alternativ dazu besteht die Möglichkeit, im Wege des Lastschrifteinzugsverfahrens zu spenden.
Herzlichen Dank!
Frank Fiedler (Schatzmeister)
Ja - ich möchte das INISA-Stipendium unterstützen!
Wer
will mit nach Mosambik? (top)
Die INISA führt im Sommer eine Studienreise durch
Mosambik ist ein eher exotisches Reiseziel. Obwohl die Mitglieder und Interessenten der INISA bereits viele Länder des Südlichen Afrika besucht haben; in Mosambik ist bisher kaum jemand von uns gewesen. Noch vor Jahren eines der ärmsten Länder der Welt mit jahrzehntelangem Bürgerkrieg zwischen Frelimo und Renamo, hat sich Mosambik in den letzten Jahren erfreulich entwickelt. Der Wiederaufbau hat begonnen, das wirtschaftliche Wachstum zieht an, auf den Hauptstraßen besteht keine Minengefahr mehr. Mosambik wird zunehmend als Tourismusregion entdeckt, was aufgrund der einmalig schönen Landschaft, den traumhaft langen Sandstränden und der reichen Kultur nicht verwundert.
Wir planen, von Johannesburg aus (wo wir kurz unsere ehemalige Stipendiatin Tiisi treffen könnten) nach Maputo zu fliegen. Dort werden wir Gespräche mit Politikern, Vertretern von Stiftungen, Wirtschaft und Entwicklungspolitik führen, aber auch die Stadt erkunden. Auch sind Tagesausflüge in Wildreservate, zur südafrikanischen Grenze und zu Entwicklungsprojekten geplant. Wir versuchen auch, ein Entminungsprojekt zu besuchen. Außerdem wollen wir mit der Fähre über die Maputo Bay nach Catembe übersetzen. Danach geht es in den Norden nach Xai-Xai und an die Lagoon Coast. Dort sind einige Tage Strand und Wassersport geplant. Von Xai-Xai aus geht es noch weiter nördlich nach Inhambane. Hier könnten wir, neben weiteren Gesprächen, auch eine Fahrt mit einem traditionellen Boot (Dhow) machen. Von dort geht es am 30. August zurück nach Maputo und abends weiter nach Johannesburg. Damit endet der Mosambik-Teil. Für Vorschläge, wen und was wir besuchen und besichtigen sollten, sind wir dankbar.
Die Gruppe soll Reiseweg und Termine selbst bestimmen. Wir haben Flüge ab dem 20. August reservieren lassen, da dies der erste Tag der preisgünstigeren "Nachsaison" ist. Da ab Frankfurt bereits alles ausgebucht war, werden wir ab Zürich mit South African Airways fliegen (also guter Service), wobei wir bei der Organisation der Zubringerflüge behilflich sind. Ab dem 21. August wären wir dann in Mosambik. Die Preise für den Flug von Deutschland über Zürich nach Johannesburg und Maputo und zurück betragen 1526 DM Für Studenten liegt der Tarif bei 1436 DM. Dazu kommen 50 DM Flughafen. Darin sind zwei Inlandsflüge enthalten, die zur Weiterreise nach Kapstadt, Windhoek, P.E. etc. genutzt werden können. Mosambik ist kein preisgünstiges Reiseland, was Flüge und Hotels betrifft. Die Lebenshaltungskosten sind dagegen recht günstig. Wir rechnen damit, die Mosambik-Reise zu einem Preis von ca. 3000 DM anbieten zu können. Allerdings wird die Höhe der Kosten natürlich durch die Zahl der Teilnehmer beeinflußt. Ein Mietwagen ist mit sechs Personen natürlich günstiger als mit dreien. So kostet ein Microbus ca. 200 DM am Tag, bei fünf Reisenden also pro Nase 40,-- DM. Da wir selbst fahren werden, können wir Kosten für einen Fahrer sparen. Unsere geplante Reiseroute führt nicht über schwierige Straßenverhältnisse. Die Teilnehmer sollten einen internationalen Führerschein dabeihaben. Auch einen Dolmetscher, den wir zumindest zeitweise dabeihaben sollten, finanzieren wir gemeinsam leichter. Natürlich wäre es super, wenn jemand mitkäme, der Portugiesisch kann. Vorher oder nachher gibt es die Möglichkeit, nach Südafrika oder Namibia zu fliegen, um an die Studienreise eine Urlaubsreise anzuhängen. Es ist auch möglich, früher zu fliegen. Dann allerdings ist der Flugpreis wegen der Hauptsaison höher.
Noch braucht sich niemand fest zu entscheiden. Wir loten jetzt aus, ob genügend Interesse besteht, die Reise als INISA-Reise anzubieten. Das muß aber recht bald klar sein. Bitte meldet euch deshalb unverbindlich bis zum 30. März bei Heiko Krause unter 030-227-77249 (tagsüber) oder 033439-50366 (abends) oder per Post unter der INISA-Adresse. Ich hoffe auf eine spannende Reise in ein (noch) unbekanntes Land.
Fatal
Transactions - Eine Kampagne gegen den Krieg in Angola und seine Profiteure
Vorgestellt von Anne Jung (medico international, Frankfurt/M.) (top)
Die internationale Kampagne Fatal Transactions, vor wenigen Monaten von medico international gemeinsam mit europäischen Partnerorganisationen gegründet, informiert über die politischen und ökonomischen Hintergründe von Kriegen in Afrika, legt die illegale Ressourcenausbeutung offen und benennt die Profiteure der Kriege: Transnationale Konzerne, Regierungen, Private Söldnerfirmen, Diamantenmärkte.
Beispiel Angola: Dort finanziert der florierende Handel mit Diamanten & Öl einen seit 30 Jahren andauernden Krieg, dessen Ende noch nirgends in Sicht ist. Diamanten sind die wichtigste Ressource der von Jonas Savimbi geführten, früher von Apartheidssüdafrika und den USA unterstützten UNITA. Zwischen 1992 und 1998 erzielte die UNITA Gewinne von mindestens 3,7 Milliarden US-$ aus Diamantenverkäufen. Die Verkäufe auf Märkten in Europa bilden das Rückgrat der Kriegsfinanzierung der UNITA. Wichtiger Abnehmer der angolanischen Diamanten ist die Firma De Beers. Seit 60 Jahren dominiert das britisch-südafrikanische Unternehmen und seine Central Selling Organisation (CSO) die internationale Diamantenindustrie, indem sie weit über 70 Prozent der weltweiten Diamantenproduktion klassifizieren, bewerten und verkaufen. 1999 stieg das Verkaufsvolumen der CSO um 57% auf 5,240 Mrd. USD. Der Diamantenhandel ist ein anschauliches Beispiel, an dem man die blutigen Spuren der Kriegsprofiteure und das Vorhandensein einer Kriegsökonomie hervorragend identifizieren kann, die nicht mehr eine Unterbrechung der »normalen« Friedensökonomie, sondern zum Dauerzustand geworden ist.
Der UN-Sicherheitsrat verabschiedete 1998 zwei Resolutionen, die den direkten oder indirekten Export von nicht-offiziellen angolanischen Diamanten verbieten. Dies betrifft Diamanten, die kein Herkunftszeugnis (Certificate of Origin) besitzen und schließt daher die von der Regierung gehandelten Diamanten nicht mit ein. Auch wenn die UN-Resolutionen zu einer gewissen Reduzierung der UNITA-Einnahmen führten, zeigen Untersuchungen, daß die Sanktionen nicht zuverlässig greifen. Die Kontrollen in Angola sind sehr lückenhaft. Zusätzliche Kontrollen müssen in den Ländern stattfinden, die direkt von dem Handel profitieren: in Europa und den USA. De Beers hat zwar - aufgrund des öffentlichen Drucks - bekundet, keine UNITA-Diamanten mehr zu kaufen, die Forderung von FATAL TRANSACTIONS, einen Nachweis über das Ursprungsland der von ihnen gehandelten Diamanten zu liefern, hat De Beers bislang jedoch nicht erfüllt. Das neue Projekt von Fatal Transactions: der Ölhandel in Angola. Während die Rebellenbewegung UNITA ihre Waffenkäufe weitgehend aus den Einnahmen der Diamantenausfuhr finanziert, ist die MPLA-Regierung Angolas unter Staatspräsident José Eduardo dos Santos hauptsächlich auf den Ölexport angewiesen. Die Gewinne aus der Erdölförderung sollen die Hälfte der gesamten Staatseinnahmen ausmachen; die Erdölförderung bringt 94% der Exporterlöse ein. Nach neuen Funden wird Angola bald zum größten Erdölexporteur Afrikas südlich der Sahara aufsteigen. Öl im Wert von 11 Millionen USD wird jetzt schon täglich gefördert. Die erwarteten Regierungs-Einnahmen zwischen 2003 und 2010: Zwischen 2,9 und 3,2 Milliarden USD. Durch die kriegsbedingte Zerstörung fast aller anderen Wirtschaftszweige ist Angolas Regierung heute mehr denn je auf die Einnahmen aus dem Ölgeschäft angewiesen. Mit einem Anteil von rund 90% an den Exporteinnahmen und 80% an den Staatseinkünften ist das schwarze Gold nicht nur Devisenbringer. Nebenher steuert es fast 45% zum angolanischen Bruttoinlandprodukt bei. Voraussagen lassen erwarten, daß Angola im Jahr 2005 mehr Öl fördern wird als Kuweit. Das Land gilt inzwischen weltweit als eines der lukrativsten Explorationsgebiete. Die guten Rahmenbedingungen - die Ölfelder liegen überwiegend an der Küste uund sind von dem seit Jahrzehnten andauerenden Bürgerkrieg verschont geblieben - lockt immer mehr Investoren ins Land. Die Namen der bedeutendsten Konzerne: Chevron, Elf Aquitaine, BP-Amoco und Exxon/Mobil. Die Abhängigkeit der angolanischen Regierung macht sie für die Ölkonzerne zu einem willkommenen Handelspartner. Die Kreditgeber freuen sich, die Folgen für das Land sind unabsehbar.
Fatal Transactions fordert die transnationalen Konzerne auf, sich aus den kriegszerüttenen Ländern Afrikas zurückzuziehen. Das bestehende Embargo gegen inoffizielle angolanische Diamanten kann nur durch die Errichtung einer unabhängigen Prüfkommission, die ein Unbedenklichkeitszeugnis vergibt, gewährleistet werden. Händler, die gegen die das UN-Embargo verstoßen, müssen strafrechtlich verfolgt werden und ihre Konzession verlieren. Alle Firmen, die an dem Handel mit den kriegszerütteten Ländern Afrikas profitiert haben, sind für die Beseitigung der Kriegsschäden und für die Entschädigung der Opfer verantwortlich zu machen. Unterstützen Sie die Kampagne Fatal Transactions! Bestellen Sie kostenloses Informationsmaterial - auch zum Weiterverteilen - bei medico international.
Weitere Informationen zum Thema unter www.medico.de oder in unserem Kampagnenfaltblatt.
Anne Jung, medico international, Obermainanlage 7, D-60314 Frankfurt am Main Tel: 069 94438-0 Fax: 069 436002 eMail: medico.jung@t-online.de
medico - Spendenkonten: 1800 Frankfurter Sparkasse (BLZ 500 502 01) 6999-508 Postbank Köln (BLZ 370 100 50)
Seminarankündigung:
Angola - Ein Land wird geplündert
Gestern war die dunkle Nacht des Kolonialismus. Heute ist das Leiden des Krieges, aber der Morgen wird das Paradies sein. Dieser Morgen ist nie gekommen, nur ein ewiges Heute.
Vom 28.-30.04.2000 in derAkademie Hofgeismar
Veranstaltet von der Akademie Hofgeismar (Herr Haupt) und medico international (Ansprechperson Anne Jung)
Im Schatten der Weltöffentlichkeit geschieht seit Jahren ein Skandal: Inmitten reichster Erdöl- und Diamantenvorkommen wird die Zivilgesellschaft zwischen den beiden Kriegsparteien und den Profitinteressen transnationaler Konzerne zerrieben. Die gesamte Region im südlichen Afrika ist von dem Krieg betroffen und sieht sich einem gigantischen Militärarsenal gegenüber. Auf der Tagung berichten ReferentInnen aus Angola, ExilangolanerInnen, PolitikerInnen und Angehörige von Hilfsorganisationen über die Lage im Land. Die Ursachen des nicht enden wollenden Krieges sollen ergründet und nach möglichen Lösungen des Konfliktes gesucht werden. Die vollständige Liste der Referenten geht Ihnen in den nächsten Wochen zu. Bisher zugesagt: Jose Chipenda, Nestor der allafrikanischen Kirchenkonferenz in Angola, Sebastian Kasack, Projektleiter des Rehabilitationszentrum für Minenopfer in Luena/Angola (medico international), Anne Jung, medico international, Koordinatorin von Fatal Transactions, einer Kampagne, die über die politischen und ökonomischen Hintergründe von Kriegen in Afrika aufklärt und die illegale Ressourcenausbeutung sowie die Profitinteressen transnationaler Konzerne offenlegt.
Weitere Informationen: Ev. Akademie Hofgeismar Jens Haupt Schlößchen Schönburg Postfach 1205, D-34362 Hofgeismar Tel. 05671 88 1116, Fax 05671 88 11 54
INISA-Buchreport
- zwei Bücher zur politischen Geschichte Afrikas (top)
Wolf-Christian Paes
Der Versuch, die Geschichte eines Kontinents zwischen zwei Buchdeckel zu pressen, ist notwendigerweise sehr gewagt. Verfolgt der Autor nur die großen Handlungsstränge, so ist die Gefahr der Oberflächlichkeit groß. Geht er zu sehr ins Detail, dann riskiert er, den Leser zu verlieren. Zwei Versuche einer „gesamtafrikanischen" Geschichtsschreibung sollen hier vorgestellt werden.
Thomas Packenham's The Scramble for Africa (New York, 1992) beschreibt die Kolonialgeschichte des Kontinents von 1876 bis 1912. Wie schon in seinem Buch The Boer War beschreibt der Autor auf 740 Seiten in großer Detailfülle diese Periode, welche durch den Wettlauf der europäischen Großmächte um die Aufteilung des Kontinents gekennzeichnet war.
Dabei nimmt der Autor bestimmte Personen zum Aufhänger für seine Kapitel, die jeweils einen bestimmten regionalen Aspekt der Kolonialisierung zum Thema haben. Die Auftritte dieser Vordenker der Kolonialisierung ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch - so etwa König Leopold von Belgien, der sich dem unter philantrophischen Deckmantel seiner Entdeckungsgesellschaft mit dem Kongo-Freistaat einen persönlichen Besitz von der vielfachen Größe seines Königreiches erstritt. Auch von seinen eigenen Beamten als Spinner abgetan wurde er damit zum Vorreiter einer Bewegung, die - nachdem der Kolonialisierung zuvor kaum eine Bedeutung zugemessen wurde - innerhalb eines Vierteljahrhunderts unter dem Vorzeichen der drei Cs - christianity, commerce & civilization - den Kontinent unter sich aufteilte. Neben Leopold ist es insbesondere die Konkurrenz Frankreichs und Englands, die den Wettlauf antrieb, sowie der späte Drang des deutschen Reiches nach einem „Platz an der Sonne".
Bemerkenswert an Packenhams Buch sind seine Beschreibungen der politischen
Vorgänge sowohl in den Mutterländern als auch bei den Verlierern des großen
Wettlaufes, den afrikanischen Herrschern. Mehr noch als die - bisweilen langatmigen
- Beschreibungen der einzelnen Entdeckungsreisen und Feldzüge, sind es diese
Passagen, die das Buch für alle historisch-interessierten Leser so wertvoll
macht. Denn nur wer die Kolonialgeschichte des Kontinents kennt, kann auch die
heutige politische Situation nachvollziehen.
Die Politische Geschichte Afrikas im 20. Jahrhundert (München, 1997) setzt dort an, wo Packenhams Buch endet. Geschrieben von dem Berliner Politikwissenschaftler und Afrikaexperten Franz Ansprenger ist sie - so der Klappentext - die Summe seiner dreißigjährigen Forschungsarbeit. Mit nur 240 Seiten kein Monumentalwerk stellt sie den Versuch dar, die politische Geschichte Afrikas bis zum Ende der neunziger Jahre zu beschreiben. Im Gegensatz zu Packenham wählt Ansprenger einen systematischen Ansatz, indem er bestimmte Entwicklungen unter Titeln wie „Anpassung" oder „Die Einpartei-Regime" zusammenfasst. Dabei greift er auch bestimmte Staaten oder Personen zur Illustration heraus, aber nicht mit der gleichen Detailfülle wie Packenham. Deutlich wird dabei sein besonderes Interesse an Regierungsformen und an den aktuellen Demokratisierungstendenzen und sein besonderes Interesse an Südafrika, dem einzigen Land, dem ein eigenes Kapitel gewidmet ist und dem er eine Schlüsselrolle in der Zukunft des Kontinents voraussagt.
Dabei versteht es Ansprenger, diese Entwicklungen auch für Nichtpolitologen interessant zu beschreiben, ohne sich zu sehr in Fachtermini zu verstricken. Beide Bücher sind zu empfehlen, wenn man sich einen Überblick über die jüngere Geschichte des Kontinents verschaffen möchte, dabei ist Ansprengers Buch sicher zugänglicher als das Werk von Packenham und für Laien von größerem Interesse. Ein Manko sei dabei nicht verschwiegen - beide Bücher stellen letztlich „politische Geschichtsschreibung" dar: wenig erfahren wir etwa von den ökonomischen und sozialen Verhältnissen, sei dies nun der Sklavenhandel bei Packenham oder die Strukturanpassungsprogramme der Geber bei Ansprenger.
The
Colours of a New Flag - die Farben Südafrikas (top)
Einer der Höhepunkte des INISA-Seminars in Lauenburg im Mai 1999 war die Lesung des südafrikanischen Autors Ivan Vladislavic. Mit "The Colours of a New Flag", einer Sammlung aus sieben Kurzgeschichten, bot er eine hintergründige und originelle Interpretation der südafrikanischen Flagge. Wir freuen uns, als besonderen "Gimmick" dieser Umbiki-Ausgabe diesen bislang unveröffentlichten Text abdrucken zu dürfen.
Ivan Vladislaviç wurde 1957 in Pretoria geboren. Seit Mitte der 80er Jahre arbeitete er als Redakteur bei Raven Press und Staffrider, seit 1989 als Übersetzer und Lektor. 1995 erhielt er für seinen Roman "The Folly" den CNA Literary Award, den renommiertesten Literaturpreis Südafrikas. Seine Bücher: "Die Terminal-Bar und andere endgültige Geschichten. Erzählungen" (1989/1994); "Der Plan des Baumeisters. Roman" (Originaltitel: "The Folly", 1993/1998); "Propaganda by Monuments and Other Stories. Erzählungen." (1996), sowie als Mitherausgeber: "Blank: Architecture, Apartheid and after." (Katalog zur Ausstellung, 1999).
Eine deutsche Fassung von "The Colours of a New Flag" erscheint übrigens in der neuen Ausgabe des internationalen Literaturmagazins lettre; Umbiki-Leser können eine textnahe Übersetzung auch bei Christof Döhren anfordern (Telefon 0541-8602103, cdoehren@gmx.de).
The
Colours of a New Flag (top)
Ivan Vladislavic
The Policeman's Boot (Blue)
When I was a child, only white policemen wore blue uniforms; black policemen wore a sludgy, second-class khaki. When the blue was finally extended to all policemen, regardless of their race, it was hailed as a great step forward, as if that uniform cloth would magically obscure other differences, and impose a genuine uniformity.
The blue canvas boot was brought into use (let's not say into fashion) by the riot squad in the 1980s. Whereas ordinary patrolmen wore black leather shoes, the riot police wore these canvas boots with toothy treads.
There was something unnatural about these boots. They were neither one thing nor the other. They looked like the ugly offspring of jackboots and sneakers. Slightly sporty, as if riot control, the maintenance of what was then called 'internal stability', were a healthy outdoor pursuit, like hiking or rock-climbing. But their most perverse quality was their colour, a blue found nowhere in nature. A printer might call it cobalt, but its main notes were savagely bruised flesh and cheap cocktails.
In the nineties, I grew used to seeing policemen and women of every shape, size and colour wearing pants, shirts, jackets, skirts, caps, raincoats, belts in this peculiar blue. It came to seem ordinary. But the blue canvas boot could not shake off its past. I could not pass a pair of them without catching a whiff of oppression - anxiety, revulsion, fear - the fragrance of the apartheid policeman.
I thought about this a few weeks ago, just before Christmas, when I returned from supper at my brother Branko's place one Friday night to find that I had been burgled. I am not yet blasé about such things, despite the practice I have had. I turned as always to my neighbour, the happily named Mr Armstrong, who is braver than I am. Armed with a walking-stick - not really a match for an automatic rifle - he made a quick inspection of my house. Chaos. Perhaps the burglars had been disturbed and were hiding somewhere? We called the flying squad.
Within minutes, four policemen arrived. 'Good evening, sir,' a large blond constable said cheerfully. 'Do you remember me?' 'Indeed I do.' I had to stop myself from saying, 'It's nice to see you again.' I have been burgled half a dozen times in recent years and he has answered my call before. This is as close as I have ever come to having a personal relationship with a policeman. The four of them drew their weapons and stalked into the house, just the way they do it on NYPD Blue.
When they had 'secured the premises', as they put it, I was invited in to assess the losses. The burglars had ransacked my study. Not looking for a good book, mind you, but for money or cheques or firearms. Every drawer, file, box and packet of paper I own, and I confess that there are a great many, had been thrown onto the floor. I was furious. One can live without a television set, after all, but one cannot live with one's papers thrown into disorder.
The constable sat down at my desk to fill out his report. He sat in my swivel chair. I stood dutifully beside him. His ballpoint pen would not work. He picked one of mine from the jar on the desk (the very one I am using now, for all you know). He asked me for my name. He asked me to describe the course of events. He wrote everything down on a form, in a laborious hand, contorting his face. I became aware, as he wrote, that I was standing on a carpet of my own work: drafts of stories and novels lay scattered everywhere. I looked down. And then I saw the boots. The blue canvas boots.
I believe that the colour of the policeman's boot has been woven into the fabric of the new South African flag. But Mr Armstrong says the blue band in the flag has got nothing to do with the police. It represents our fish-filled oceans, our scarcity of fresh water, and our abundance of faith.
Happy New Year (Red)
This year the firecrackers that always greet the new year started going off weeks early - Was that a gunshot? we kept asking - as if people couldn't wait for the year to end. New Year's Eve sounded like a war. For an hour before midnight and two after, the blasts kept reverberating, and rockets were rising and bursting, booming, scattering seeds of sparks, which fell and bloomed again, on every horizon.
It was excessive, all this light and noise. The bellies of the clouds over Yeoville ridge were bloodied by the flares; there was cordite on the breeze. Garish red sparkles effervesced and vanished: a stagehand in the gods seasoning us with a pinch of salt. The fireworks were a melodramatic staging of the city's bad dreams. The place seemed to be tossing and turning. Then a pack of red flares shrieked up like hornets from behind the trees in the next block, and I was reminded of a war zone. Baghdad or Sarajevo.
I lay awake until four, listening to the soundtrack grow ragged. Mr Armstrong owns a pizza parlour down the road. While I was watching the fireworks >from my balcony, he was driving his chef home to Hillbrow. It struck him, as they curved up into the suburb, how quiet it was. Where was everyone? All over the world people gather in public to see in the new year, amplifying their hopes and regrets in the crowd, and Hillbrow was always such a meeting place. Mr Armstrong himself had often spent New Year's Eve among the revellers in these streets. Now they were strangely deserted. In Catherine Street, where the high-rise apartment blocks begin, a man broke from the shadows of a doorway and ran across the street in front of the car. A bottle, hurled from somewhere high above, burst on the tar beside him, and then another. The second was close enough to spatter the windscreen with glass splinters. The running man jinked, as if dodging sniper fire. Then a fire-rocket, shot not up into the sky but down from a fourth-floor balcony, burst at his feet, showering him with sparks. Another man, taking advantage of the first's predicament, raced for cover with a sheet of metal torn from a bus shelter held over his head.
A police vehicle, one of those armoured monsters, raced through the intersection ahead. A shower of bottles rained down upon it. As I've said, Mr Armstrong is braver than I am. His chef wanted him to turn back, but he refused. In one sidestreet a kitchen chair, apparently hurled from a high window, lay smashed to kindling. In another they were faced by a barricade of burning tyres, and had to bounce up on the kerb and race round it on the pavement.
Mr Armstrong is a veteran of the border wars of the eighties; I had a feeling, when he told me about his escapade, that he secretly enjoyed 'coming under fire'. And, of course, he wanted me to write about it.
The celebrations in Hillbrow left drifts of broken glass in every gutter, smashed furniture and burnt rubber. Inevitably, pools of blood. Four people dead and dozens wounded. The next night CNN showed us the new year celebrations from Times Square, Trafalgar Square, Princes Street. Celebratory gatherings. The usual leering faces and bottles of cheap champagne, of course, and no doubt the occasional fist fight.
The ordinary lunacies. Why should we be different?
My brother Branko, who's a bit of a racist actually, says the national psyche is damaged. South Africans are so used to waging war against themselves, that nothing but violence and danger make them happy. From the Molotov cocktail to the beer-bottle bomb. Only South Africans would celebrate new year in this mad fashion.
Mr Armstrong says Strasbourg must be full of South Africans. I'm not sure what he means. Always the optimist, Mr Armstrong brings me a photograph: new year revellers at Sandton Square, an upmarket shopping mall in the northern suburbs. Two youngsters, private-school kids probably, one black and one white, with their arms around one another, their laughing faces painted with the colours of the national flag. 'Put this in your story,' he says, 'it shows a better side of us.'
The Healer of Parkwood (Green)
Lin Chun-Kuan, a Taiwanese geomancer, was interviewed about the prospects for the year ahead. He said that the lucky colours for 1998 were black, yellow and green (coincidentally the colours of South Africa's ruling party, the ANC) and advised clothing designers and packagers to use them liberally.
Lin would have been delighted with Tamara, whom I met in the suburb of Parkwood at a breakfast party to celebrate the new year. She was wearing a long green dress, which reminded me of lucerne, and a shawl in shades of leaf and grass. In the centre of her forehead was a disk of mother-of-pearl, which reflected the green of her robes. 'What do you do?' I asked, in the conventional way. 'I'm a healer,' she said. That explained the bare feet. It also explained the disapproving look she gave me as I asked our host for a double espresso (it was the first Sunday of the new year and I was not yet fully awake). Tamara herself wanted nothing more than a glass of hot water. I imagine she was staring disgustedly at my coffee-stained, caffeine-ridden aura. I wondered why the pearly disk didn't fall off when she frowned. I also thought she seemed very young for a healer. Surely the vocation required the wisdom that comes with age? 'You must be kept very busy in Johannesburg,' I said, 'healing people.' 'Oh yes. But I'm moving.' 'To Cape Town?' Every second white person in Johannesburg is emigrating to the Mother City. 'To White River actually.' White River is a small town in the beautifully named province of Mpumalanga - the place of the sun. It is a holiday area, with spectacular scenery and good hiking, and it's close to game reserves like the Kruger National Park. 'Why are you moving there?' 'We're going to reclaim the land.'
For a moment I had the improbable thought that she was part of some radical land reform movement. But it was simpler than that. Tamara and her friends believe that tourist development in Mpumalanga, which the authorities insist is about to 'take off in a big way', is going to ruin the environment. They are buying a farm as a preemptive act, to protect it. The universe, she believes, is taking care of her. While her friends grow vegetables and pursue various crafts, she will practise among the locals. She placed an advertisement in the White River daily, and there have already been enquiries. Healing is desperately needed everywhere, she says. Not just in Joburg.
Tamara is one of those multi-disciplinary healers popping up everywhere as millennial fever grips the planet. She practises everything from aroma therapy, to divination with runes, to reflexology - her own feet were brown and pointed - to dance therapy, to yoga. Her most intriguing technique is rapid-eye-movement therapy. She explains that certain states of mind, both positive and negative, are associated with particular patterns of eye movements found in REM sleep. By duplicating these eye movements, in the proper order or in reverse, one may recreate the states of mind or cancel them out. The patient sits in an easy chair. Tamara stands before him, in these leafy clothes that make her look like a hamadryad, and directs his eye movements with a little wand, like a conductor with a blinking orchestra. Symphonies for the eyelids, concertos for the corneas. During which the patient is able to blink out the negative and blink in the positive. Or, as the old song had it: You've got to ac-cen-chu-ate the positive, E-lim-i-nate the negative, Don't mess with Mr In Between. Today Mr Armstrong questioned me about these pieces I'm writing. After he'd read this one, he said that the green in the flag is astroturf and ecotourism. A green river (rather than a white one) flowing powerfully into the future. He also asked for Tamara's number. He wants to be healed.
'Going Black' (Black)
After his adventures on New Year's Eve, Mr Armstrong and I had a long discussion about the integration of Johannesburg. We spoke about Hillbrow, of course, and how it had changed >from an almost completely white area into an almost completely black area in a decade or so. And then we remembered the 'grey' period in between. 'Do you remember that time in the early nineties,' I said, 'when Hillbrow was a completely mixed area. Wasn't that wonderful?'
He just laughed and said, 'This obsession with multiracial, multicultural life is a white thing, you know. It's a reflection of the self-importance of white South Africans. You'd think there were equal numbers of blacks and whites in this country. In reality, almost everyone is black and whites are a small and shrinking minority. Black people understand this very well. Black Johannesburgers know they're living in an African city, and they couldn't care less whether there's a white face in the neighbourhood or not.'
Johannesburg's city centre 'went black' years ago, and one by one the inner-city suburbs are following suit. First Joubert Park and Berea, now Yeoville. Branko (my racist brother) says that when an area 'goes black', everyone cooperates to make it look like a neglected township as quickly as possible, so that the new residents will feel at home. Landlords stop painting the walls and let the plaster crumble picturesquely. The municipality stops providing services, so that weeds can sprout out of the pavements and garbage can pile up on the street-corners. The tenants want to do their bit for transformation too, so they stop paying for rents and services.
This morning as Branko and I drove through Yeoville, half a dozen black men in shorts were washing their clothes in silver buckets in what was once the garden of an apartment block. Clothes were spread to dry on the skeletons of shrubs. A spill of soapy water lay over the dead lawn. 'Just look at this lot,' Branko complained. 'Doing their laundry in the street. Why can't they wash in their bathrooms, like normal people?' 'Perhaps they don't have any water in their flats,' I said, 'and so they're using water from the garden tap.' 'Perhaps they don't have water because they haven't paid their bills,' he said. 'Perhaps they haven't paid their bills because the landlord won't fix the lift.' 'Perhaps he won't fix the lift because they won't pay their rent.' 'Perhaps they won't pay their rent because they don't have any water.' We went on like this for ten minutes, until I said, 'Perhaps they prefer to do their laundry outside, in the morning sun,' to which he had no response.
Mr Armstrong once told me about a friend of his who visited Johannesburg recently for the first time in many years. 'It's amazing how it's changed,' he said. 'There are black people everywhere. It's starting to look like an African city.' It was only afterwards, when he thought about it carefully, that Mr Armstrong realized what a strange statement that was. Just for the hell of it, I asked Branko about the colours of the flag. He had an interesting theory about the black triangle. He says it shows which way the winds of change are blowing. He also says the triangle is getting bigger slowly - so slowly that no one has noticed it yet - pushing the other colours out of the picture. By the time they wake up, the whole flag, like the whole country (with the exception of the Cape Colony) will have 'gone black'.
'Going White' (White)
While the suburbs and city centres 'go black', some say that the townships are 'going white'. A few white businessmen and building contractors are now living in the wealthier parts of Soweto, apparently, a few white workers have made their homes in the squatter settlements. But the number of white people moving into the townships is so small it's negligible. For large-scale whitening, one must look elsewhere.
Cape Town is 'going white'. The Western Province, the final refuge of the National Party, who elevated all these racial categories to the level of a perverse religion in the first place, will be the last white enclave in Africa. We should practise calling it by its old colonial name: the Cape Colony. Some months ago at Sandton Square I overheard this exchange between three typical white Joburgers. A balding man with a ponytail and his chemically blonde, ring-encrusted ladyfriend were talking to a fellow whose idea of acquiring an African identity was to slap an embroidered skullcap on the top of his head.
'We're leaving on Tuesday,' the woman said. 'For good?' 'Ja, if we like it, we won't come back.' 'So where you going?' the skullcap asked. 'Sydney?' 'No, man, Cape Town.' Another part of the country that is going white is the veld north of Johannesburg. On rolling hills, in pristine veld, where no houses have ever stood before, the new laagers appear. But these are not ox-wagons drawn into circles, but townhouses built in clusters. Instead of thorn-branches between the wagon-wheels to keep out the invaders, there is razor-wire and electric fences. For the inhabitants of these laagers are mainly (but not exclusively) white people >from the inner suburbs fleeing the 'African city' that Johannesburg is becoming, seeking to recreate pleasant and nostalgic lifestyles behind booms and burglar bars. Mr Armstrong has an interesting story about the new laagers. In recent months there have been several health scares on the Witwatersrand about contaminated drinking water, because of sewerage leaking into the supply. Most whites, including my brother Branko, point fingers at the squatter camps and townships. But Mr Armstrong says the real culprits are the yuppie townhouse complexes. Unscrupulous developers build these places in areas that were once rural, with no regard for the fact that the infrastructure is inadequate. Take a walk in the vicinity of any of these complexes, he says, and you'll see the sewers overflowing. I'm quite happy to take his word for it.
Mr Armstrong has read through all five of these little pieces again. He has mixed feelings. 'On the one hand, I'm impressed,' he says. 'You've come this far without using the word "rainbow". On the other hand, you're racially obsessed. You'll give people the wrong idea of the Golden City. Why did you have to take "white" as a racial category? Think of all the white things you could have written about - sachets of sugar, buckets of whitewash, reams of blank paper (you're a writer, after all). It's a lack of imagination.' Branko says I take Mr Armstrong too seriously. And he asks me whether I've noticed that all the colours in the flag are solid, except for the white, which is in two pieces, on either side of the green Y. He says it reflects the fact that white people have always been sadly divided. Those two white threads are the English and the Afrikaners, looking at one another from opposite banks of a poisoned river.
The Egg (Yellow)
On the night of 13 May 1934 (so Nadezhda Mandelstam tells us in her extraordinary memoir Hope Against Hope) her husband Osip - the great poet who would later die in one of Stalin's labour camps - was arrested for the first time. Anna Akhmatova was staying with the Mandelstams in Moscow. Earlier that evening Osip had gone round to the neighbours, trying to find Akhmatova something for supper, and had come back with a solitary egg.
At one o'clock in the morning, the secret police came for Mandelstam. While the Mandelstams and their friend waited apprehensively for the inevitable, the policemen searched the apartment for incriminating writings, going through the books and papers, throwing things on the floor. One of the agents - a man who afterwards rose to prominence in the Union of Soviet Writers - kept discouraging them from smoking and offering them hard candy from a box. Nadezhda remembers that this gesture was often repeated during these searches, and wonders whether it was somehow part of the ritual of invasion. She writes: 'The egg brought for Akhmatova lay untouched on the table ... Suddenly Akhmatova said that Mandelstam should eat something before he left, and she held out the egg to him. Mandelstam took it, sat down at the table, put some salt on it and ate it.' In all things, Anna Akhmatova was a wise woman. It was she who would help Nadezhda weather her husband's arrest, telling her to 'keep her strength up' - by which she meant to prepare herself for a long wait. All this wisdom is present when she hands Osip the egg. The egg will sustain him not because it is a hearty meal, but because it is a gift of love and caring. It is her own supper, the very meal he has scrounged for her. Mandelstam, being a poet, understands the gesture perfectly. He does not put the egg in the pocket of his coat, for later; he eats it in her presence, with salt.
The egg will sustain because it is not hard candy. Let us get rid of the sickly taste of bon-bons with this egg. It is a hard-boiled egg, of course, suitable for a picnic basket or a workman's lunch box. Mandelstam taps it on the oilcloth-covered table to crack the shell, picks away a few fragments, gets his thumbnail under an edge and slides a curved dome of shell off in one piece. He pinches crystals of salt between finger and thumb and sprinkles them on the white flesh. He bites into it. The yolk is yellow. It is not national-flag yellow, or old-gold, but egg-yellow, and nothing else. The poet chews and looks at the tooth marks in the crumbly yolk. He is thinking about the future. A policeman is reading one of his poems in a low voice, but Mandelstam does not hear him.
At the hearings of the Truth Commission, one is occasionally fortunate to witness gestures that are as full of meaning as Akhmatova's egg. These gestures of forgiveness and understanding always seem to come from the 'victims'. The perpetrators, those with the hard candy bulging in their cheeks, do not know how to take what is offered, and have nothing to give in return.
Der Umbiki ist das Mitteilungsblatt der Initiative Südliches Afrika (INISA) e.V. und erscheint drei bis viermal pro Jahr. Chefredakteur ist Björn Jürgensen - wir freuen uns über Beiträge, Lob und Kritik.