28.04.2010: Dezentralisierung in Afrika - zum Scheitern verurteilt? mit kurzem Einführungsvortrag zum Beispiel Mosambik, Berlin

Liebe Afrikainteressierte,


hiermit möchten wir Sie sehr herzlich zu unserem nächsten Treffen am Mittwoch, den 28. April 2010 um 19:00 Uhr ins Afrikahaus, Bochumer Straße 25, 10555 Berlin (U-Bahn Turmstraße), einladen.

Thema: Dezentralisierung in Afrika - zum Scheitern verurteilt? mit kurzem Einführungsvortrag zum Beispiel Mosambik

Referenten:
Rudolf Huber, BMZ, Referat 324, Südliches Afrika, Bonn
Dr. Gero Erdmann, GIGA Institut für Afrika-Studien, Berlin
Johannes Plagemann, Hamburg International Graduate School for the Study of Regional Powers
(Verfasser der GIGA-Studie: „Dezentralisierung in Afrika“ – zum Scheitern verurteilt? Das Beispiel Mosambik)

Moderation: Dr. Sebastian Seedorf, INISA

Dezentralisierungsbestrebungen in Afrika gewannen seit den 1990er Jahren zunehmend an Bedeutung. Das Ende des Kalten Krieges brachte mit dem Zeitalter demokratischer Transformationsprozesse auch die Erkenntnis, dass eine bürgernahe und effiziente Gestaltung politischer Entscheidungs- und Verwaltungsstrukturen notwendig sei, um leistungsfähige demokratische Systeme zu schaffen, die sich die Anerkennung ihrer Bürger verdienen und sich derart legitimieren.

Das Aufbrechen zentralisitischer Verwaltungsstrukturen und Kulturen gewann phasenweise und länderspezifisch weitgehende politische und zivilgesellschaftliche Unterstützung. Reformen wurden (und werden) in Gang gesetzt, kontinentalweit vernetzen sich die Akteure (beispielsweise im United Cities and Local Governments of Africa) und die internationale Gebergemeinschaft unterstützt diese Bestrebungen im Rahmen ihrer technischen und finanziellen Zusammenarbeit. Deutschland zeichnet sich hierbei als einer der weltweit führenden Akteure im Bereich Good Governance und Dezentralisierung aus.

Allein, die Bilianz aus 2 Jahrzehnten intensiver Unterstützung von Dezentralisierungsvorhaben in Afrika fällt ernüchternd aus. Effiziente lokale Verwaltungssysteme konnten lediglich in den wenigsten Ländern etabliert werden, entscheidende Rahmengesetzgebungen wurden in den meisten Ländern systematisch von der politischen Elite verweigert, die konsequente Umverteilung politischer und vor allem finanzieller Entscheidungs- und Verfügungskompetenz von der nationalen auf die regionale/lokale Ebene ist faktisch so gut wie nirgends gelungen!

Worin liegen die Ursachen für eine derartige Bilanz? Ist die politische Kultur nationaler Eliten in Afrika mit ihrer besonderen Wertschätzung der Verfügungsgewalt über Ressourcen ein entscheidender Knackpunkt? Wird sich Afrika zukünftig verstärkt an asiatischen wirtschaftlichen sowie politischen Leitbildern orientieren und somit zu zentralistischinterventionistischen Entwicklungsmodellen zurückkehren? Was bedeutet das für die westliche Gebergemeinschaft und für die Bundesrepublik Deutschland: Reicht der Verweis auf die Langfristigkeit und Komplexität derartiger Reformprozesse aus oder muss ein Umdenken auch bei den Gebern stattfinden?

Diese Fragen wollen wir gemeinsam mit Ihnen und unseren Referenten diskutieren.

Beginnen werden wir dabei mit dem Länderbeispiel Mosambik. Ein Land welches einst als Hoffnungsträger eines weitgehenden Dezentralisierungsprozesses begann...

Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt, eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Mit besten Grüßen,


Prof. Dr. Peter Waller
SID Berlin
www.sid-berlin.de

René Gradwohl
INISA e.V.
www.inisa.de

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