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Kurzreferenz Band 6:

Katrin Matschke (seit Aug. 2006 Katrin Bannach):

Empowerment und Partizipation in der Entwicklungszusammenarbeit.

Wege zur Nachhaltigkeit und ihre Fallstricke. Eine Fallstudie in Südafrika.

Wissenschaftliche Reihe der INISA Band 6, Bonn 2006, 228 Seiten
(ISBN 3-9806283-4-5, 16,80 Euro)

Der neueste Band der wissenschaftlichen Reihe der Initiative Südliches Afrika (INISA) e. V., mit einem Vorwort von Rainer Tetzlaff, untersucht ein Entwicklungsprojekt in einem Township Kapstadts und verknüpft die Realität vor Ort mit widerstreitenden internationalen Paradigmen.

Das Community Garden Project in Khayelitsha wurde nach der ersten demokratischen Wahl Südafrikas gegründet und war mehr als ein reiner Gemeinschaftsgarten. Die Hoffnung der Frauen, etwas gemeinsam zu bewegen, sich damit aus der Armut zu befreien und Teil des „Neuen Südafrikas“ zu sein, überzeugte auch die NGO Abalami, das Projekt zu unterstützen. Lokalpolitisch sollte es in Kapstadt zeigen, dass Gärtnern mehr ist, als reine Gemüseproduktion für den heimischen Herd. Ziel war es auch, Jobs zu schaffen, denn sie sind es, für die die Menschen vom Land in die Stadt ziehen. Gleichzeitig ging es darum, Formen der Demokratie zu üben und politisch „eine Stimme zu erhalten“, also um Partizipation und Empowerment.

Doch, so zeigt die Untersuchung, widersprechen sich die Interessen, möglichst effizient zu sein und gleichzeitig die Bedürftigsten zu erreichen. Was müssen Teilnehmer mitbringen, um einem Projekt zum Erfolg zu verhelfen? Was muss von ihnen verlangt werden, damit die Produkte den Ansprüchen des Marktes entsprechen? Wie stark sollte von Geberseite eingegriffen werden, wenn es nicht gut läuft?
In der internationalen Entwicklungszusammenarbeit wird immer wieder der Anspruch erhoben, Verantwortung sowie Vertrauen an die Partner in Entwicklungsländern abzugeben. Doch wie sieht die Praxis aus in einer Zeit, in der berechtigterweise nach Erfolgen und Erfolgsmessungen der Entwicklungszusammenarbeit gerufen wird? Wie ist der Wunsch der Projektmitglieder nach Teilhabe am marktwirtschaftlichen System zu bewerten und wie zu entsprechen?

Das Buch gibt Antworten auf diese Fragen. Es zeichnet die unterschiedlichen Ansprüche und Ziele der NGO nebst Geldgebern einerseits und der Projektmitglieder andererseits nach und gibt Einblick in die Geschichten und Standpunkte der beiden Interessengruppen. Mittels teilnehmender Beobachtung und Interviews ergründet Katrin Bannach, ob Endogenität von Entwicklung, „Partizipation von unten“ und „Empowerment“ möglich sind. Hierin liegt, so Rainer Tetzlaff im Vorwort, ein besonderer Wert der Arbeit, gehört doch die Untersuchung endogener Entwicklungspotenziale in Entwicklungsländern zu den vernachlässigten Bereichen der sozialwissenschaftlichen Forschung. Durch die Annäherung aus der „grass-roots“-Perspektive taucht der Leser förmlich in die Realität vor Ort ein, ohne den Blick für das Ganze zu verlieren.


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